SEIN TAG SCHEINT MEHR ALS 24 STUNDEN ZU HABEN. GESCHÄTZT MINDESTENS 50. UND GAS GIBT DER JUNGE WILDE 2010 DAVON JEDE MINUTE. ANSONSTEN KÖNNTE MAN SICH DEN AUFSTIEG DES SMARTEN KREATIV-RIESEN GAR NICHT ERKLÄREN.

Langeweile ist für den gebürtigen Salzburger ein Fremdwort und gleichzeitig auch ein Unwort. Ansonsten hätte Roman Wurzer es mit seinen überschaubaren Lenzen wohl auch noch nicht so weit gebracht: JUNGER WILDER 2010, daraufhin gleich die Beförderung zum Sous-Chef in Döllerer's Genusswelten in Salzburg. Mit damals erst 22 Jahren. Sein persönliches Erfolgsrezept: Leidenschaft als elementare Zutat, die auch in jedem einzelnen seiner Gerichte vertreten ist. Die Inspiration holt er sich beim Produkt. Wenn sich dann vor Wurzers geistigem Auge wie so oft eine neue Kreation auftut, wird sofort ausprobiert, wie sich diese auf dem Teller macht.

Das Ergebnis ist auf jeden Fall "wild.modern.kreativ.", denn so betitelt der knapp zwei Meter große Jungspund seine Art zu kochen. Ganz wie es einem JUNGEN WILDEN gebührt. Als er die Konkurrenz im Finale 2010 weit hinter sich ließ, nannte Roman Wurzer seinen Küchenstil noch freaky, modern und ausgeflippt. Die Betitelung seiner Küchenlinie ist dabei das Einzige, was der zielstrebige Kreativgeist seit seinem fulminanten Sieg 2010 adaptiert hat. All seine unmittelbar nach dem Grande Finale der JUNGEN WILDEN proklamierten Vorhaben und Ziele hat er nämlich mit Bravour erreicht. Denn schon damals meinte Wurzer, bei seinem Idol 3-Sterne-Koch Joachim Wissler zu arbeiten, stünde noch auf der To-do-Liste. Na ja, und auch darunter kann er jetzt, nach einem Jahr Kochen bei Wissler im Restaurant Vendôme im Grandhotel Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach, ein wohlverdientes "Check" setzen.

Weitere Stationen machte er bisher in der Gastwirtschaft Floh in Langenlebarn, im Restaurant Taubenkobel bei Walter Eselböck, der 19 Punkte im Gault Millau für sich verbucht, und eben auch bei Andreas Döllerer. Dieser wurde selbst für seine grandiose Küche von Gault Millau als Koch des Jahres 2010 ausgezeichnet. Ein paar Jahre will der junge Kreativ-Koch seine Fühler noch im In und Ausland ausstrecken, um Erfahrungen zu sammeln. "Von überall nehme ich etwas mit. Von Josef Floh habe ich den Umgang mit den Kollegen und Produktraritäten gelernt. Bei Walter Eselböck die strenge Disziplin und von Andreas Döllerer die Leidenschaft für das Handwerk." Joachim Wissler, so Wurzer, sei seiner Zeit sowieso voraus. Es bleibt abzuwarten, was passiert, wenn der JUNGE WILDE all seine Erfahrungsschätze kräftig mixt und dazu mit seiner eigenen Raf‑ nesse würzt. Fest steht nur eines: Es wird definitiv wild.modern.kreativ.