KÖCHE, DIE NICHTS ANBRENNEN LASSEN, GIBT ES GENUG. ROLAND HUBER BRENNT VIELMEHR DARAUF, DURCH SEINE KREATIONEN AUFSEHEN ZU ERREGEN. DER JUNGE WILDE 2008 MACHT DAS MIT DER NÖTIGEN COOLNESS.

"Sarah Wiener ist etwas für Laien, aber nichts für Profi köche." Mit großspurigen Aussagen wie dieser ließ Roland Huber bereits beim JUNGE WILDE-Finale 2008 groß aufhorchen. Letztendlich waren es aber nicht die markigen Sprüche, die ihm zum verdienten Sieg verholfen haben, sondern seine Kochkünste. Doch abgesehen von den wortgewaltigen Äußerungen des gebürtigen Oberösterreichers gibt es vom Auftreten her in der Riege der JUNGEN WILDEN bestimmt extrovertiertere Kerle. Roland Huber ist definitiv nicht der Showman, der durch Tattoos oder trendige Haarpracht Aufsehen erregt. Aber auch wenn er vielleicht nicht der Wildeste unter den Wilden sein mag, cool ist er auf alle Fälle. Und Coolness ist im stressigen Business hinter den Herdplatten, die die Welt bedeuten, nun doch eine äußerst erstrebenswerte Eigenschaft. Der Schlüssel zum Erfolg sind für Huber die perfekten Produkte.

Unter Verwendung neuer Techniken, ohne den Eigengeschmack der edlen Rohstoffe zu verfälschen. Er steigt auf den Berg, um Latschenkiefer zu pflücken, und er begann, selbst Parakresse zu züchten, weil er sonst keinen Anbieter für dieses Gewürz gefunden hat. Geboren 1983 in Vöcklabruck, begann seine Kochkarriere als Commis de Cuisine und Chef de Partie im Restaurant Residenz im Chiemgau. Der Oberösterreicher hatte in weiterer Folge nur die besten Lehrmeister für seine anspruchsvollen Ambitionen: Im legendären Pfefferschiff in Hallwang startete Huber die steile Karriere in der spannenden Welt der High Cuisine. Heinz Winkler prägte später seinen Geschmackssinn. Heinz Reitbauer motivierte ihn zu kreativen Ideen. Und schließlich Dieter Müller, der seinem Schützling Perfektion eintrichterte. Von April 2010 bis Juni 2013 war das Ausnahmetalent Chef de Cuisine im Restaurant Relais & Châteaux Kloster Und von Toni Mörwald in Krems.

Hier konnte er sein ganzes Potenzial ausspielen und überzeugte immer wieder mit neuen kreativen Ideen. Seine Gerichte finden mit maximal drei geschmacklichen Komponenten ein Auslangen. Ohne selbst permanent im medialen Rampenlicht zu stehen, hat sich Roland Huber sensationelle 17 Gault- Millau-Punkte erkocht. Einen Achtungserfolg erarbeitete er sich auch beim Bocuse d'Or im Jahr 2010. Er verpasste beim renommiertesten Kochwettberb der Welt in Genf zwar mit zwei Punkten knapp die Qualifikation für das Finale, führte Österreich aber mit Rang 13 wieder unter die besten 20 Kochnationen Europas.