SEIN UNTRÜGSAMER ABSCHMECK-SINN IST LEGENDÄR. SEIN WERDEGANG BEEINDRUCKEND. UND SEINE GERICHTE SO GROSSARTIG, DASS GENUSSFREUDIGE VON WEIT HER IN EINE 133-SEELEN-GEMEINDE PILGERN, UM SEIN TALENT AUCH LIVE AM GAUMEN ZU ERLEBEN.

Der gebürtige Niederösterreicher gibt in jeder Lebenslage Vollgas. Sei es, wenn er mit dem Snowboard die Berghänge in Österreich hinunterjagt oder beim Kochen. "Ich reize meine Küche bis zum Letzten aus", tönte der damals erst 24-jährige Nährer beim Grande Finale der JUNGEN WILDEN 2006. Und auch wenn sein spektakulärer Sieg nun schon einige Jahre zurückliegt, am Leitspruch des talentierten Aromen-Jongleurs hat sich nichts geändert. Denn seine Gerichte verursachen nach wie vor kulinarische Grenzerfahrungen - im positivsten Sinn. Das liegt unter anderem daran, dass dem leidenschaftlichen Koch ein nahezu unheimliches Händchen im Abschmecken nachgesagt wird. Komplettiert hat Michael Nährer dieses mit einer Ausbildung zum Diplom-Pâtissier sowie Seminaren an der Weinakademie in Rust.

Denn "hervorragendes Essen braucht immer auch einen passenden Wein". Zu dieser ohnehin bereits attraktiven Mischung gesellt sich ein reicher Schatz an Erfahrung. Im Restaurant Taubenkobel von Walter Eselböck hatte Gourmet-Whiz-Kid Nährer seinen ersten Kontakt mit der Haute Cuisine und sog in einem Jahr so viel Praxis auf wie andere während der gesamten Lehrzeit. Bei Kochlegende Marc Veyrat in Frankreich lotete Nährer seine Grenzen nochmals aus. Dort hieß es um fünf Uhr früh regelmäßig antreten im Betrieb. Um sechs Uhr sammelte er dann bereits auf 2000 Meter Seehöhe Kräuter. Die Basis für Veyrats Geschmacksexplosionen.

Zum Sous-Chef wurde er schließlich unter Thomas Dorfer, Gault-Millau-Koch des Jahres 2009, im Landhaus Bacher. Bis er im Mai 2007 letztendlich dem Ruf der Heimat nachgab und hinter den Herd des elterlichen Gasthauses zurückkehrte. Selbiges liegt in einem kleinen Dorf in der Gemeinde Kapelln. Die Fakten dazu: 133 Einwohner, eine Aussichtswarte am Halterberg und ein Wirtshaus. Das Gasthaus Nährer, in dem der JUNGE WILDE 2006 das Unmögliche schafft. Denn hier prallen zwei Welten aufeinander. Zum einen die Dorfgesellschaft, die am Sonntag zum Schweinebraten vorbeischaut. Zum anderen diejenigen, die wegen Michael Nährers legendären Gerichten von weit her anreisen. Wer hier jetzt aber ein vorprogrammiertes kulinarisches Chaos und einen schlecht positionierten Tanz zwischen den Stühlen erwartet, liegt vollkommen falsch. Denn Michael Nährer wäre kein JUNGER WILDER, wenn er diese zugegeben etwas knifflige Aufgabenstellung nicht mit Bravour und genialer Kochkunst meistern würde.