Die Sage des JUNGEN WILDEN 2015 nahm ihren Lauf:
Matthias Bernwieser wurde der Favoritenrolle
gerecht und feuerte seine geballte Aromenpower wie ein nordischer Küchengott auf die Teller der Jury.

Es müssen bange Minuten für Matthias Bernwieser gewesen sein, als ROLLING PIN-Herausgeber und JUNGE WILDE-Initiator Jürgen Pichler die Spannung immer mehr hinauszögerte, um den Sieger des Jahres 2015 zu verkünden. Denn erinnern wir uns kurz zurück: Genau vor einem Jahr stand Bernwieser ebenfalls im Zentrum jener Bühne im illustren Ballsaal auf Karlheinz Hausers Süllberg. Schon 2014 galt er als heimlicher Favorit und musste sich im Endeffekt knapp Walter Triebl geschlagen geben. Der Schock saß tief, doch währte nicht lange. Denn wie das nun einmal so ist mit außergewöhnlichen Kämpfernaturen, ließ sich Bernwieser von dieser schmerzenden Niederlage nicht entmutigen und so führte sein eiserner Wille dazu, dass um exakt 19 Uhr 57 ein hemmungsloses „Jawohl!“ durch die tosende Zuschauermenge hallte.

Man kann dem in Norwegen kochenden gebürtigen Österreicher für die dargebrachte Leistung gar nicht genug Respekt zollen. Denn auch heuer war er nach einer extrem starken Vorausscheidung mit knallharten Kontrahenten haushoher Favorit und konnte dem enormen Druck dieses Mal auch wirklich standhalten. Solche Meisterleistungen gelingen nur den ganz Großen und zu so einem zählt nun auch Matthias. „Es war wirklich nicht einfach. Obwohl ich das Ganze ja bereits einmal erlebt habe, sind vor allem die Kamerateams wirklich eine Riesen-Herausforderung“, schildert er die angespannte Situation in der Küche. Nicht nur, dass die Kandidaten unter großem Zeitdruck und auf engstem Raum ihre drei Gerichte für die zehn Jurymitglieder auf die Teller bringen müssen. Nein. Permanent dokumentieren Kamerateams jeden Schritt der Kandidaten und bringen sie somit an die Grenzen ihres Leistungsvermögens.

Souverän abgeliefert
Umso beeindruckender also, wie Matthias Bernwieser sich für sein Menü 917 Punkte holte und somit mit 126,5 Punkten Vorsprung zum Zweitplatzierten Stefan Kohl siegte. Im packenden Finale brachte schließlich sein Hauptgang „Welt der Aromen“, gegrilltes Bavette mit reduzierter Kaffeecreme, Senf-Emulsion und geröstetem Germ, die Entscheidung und entlockte der Starjury die höchsten Bewertungen. Jurymitglied Tim Mälzer ging es bei diesem Gericht weniger um die technische Perfektion als vielmehr um das Geschmackserlebnis: „Das war die geilste Hauptspeise, die ich seit zwei Jahren gegessen habe!“ Auch der Godfather der JUNGEN WILDEN, Stefan Marquard, war von Bernwiesers Kreationen verblüfft: „Also ich bin ja jetzt wirklich schon ewig bei diesem Bewerb mit dabei, aber so eine Leistung hat es in all den Jahren noch nie gegeben.“Sofort, als der Warenkorb für die diesjährige Ausscheidung online war, machte sich Bernwieser daran, seine Rezepte vorzubereiten. „Ich habe jedoch nur zwei Mal den gesamten Ablauf durchgekocht. Dieses Mal habe ich mich viel mehr um Details gekümmert“, versucht der Neo-JUNGE WILDE, seinen Triumph zu erklären. So tüftelte der Österreicher sehr lange am Konzept, das er mit seinen Gerichten vermitteln wollte. „Man hat ja beim Bewerb nur ganz kurz Zeit, jeden Gang zu erklären, darum bin ich auch wirklich froh, dass die Jury meine Ideen verstanden und dementsprechend bewertet hat.“